155 Jahre Feuerwehr Marxgrün
155 Jahre Freiwillige Feuerwehr Marxgrün
Ein Festwochenende voller Gemeinschaft, Tradition und Feuerwehrarbeit
Mit einem eindrucksvollen Jubiläumswochenende feierte die Freiwillige Feuerwehr Marxgrün ihr 155-jähriges Bestehen. An drei Tagen vom 01. bis 03. Mai wurde gemeinsam gefeiert, zurückgeblickt und die wichtige Arbeit der Feuerwehr eindrucksvoll präsentiert. Das ursprünglich geplante 150-jährige Jubiläum konnte pandemiebedingt nicht gefeiert werden und wurde nun in einem würdigen Rahmen nachgeholt.
Bereits am Freitagmorgen wurde das Festwochenende mit dem traditionellen Maibaumaufstellen eröffnet. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher verfolgten das Aufstellen des Baumes. Erstmals gab Bürgermeister Paul-Bernhard Wagner das Kommando „Baum hoch“. Auch Landrat Dr. Oliver Bär nahm erstmals an der Marxgrüner Maibaumaufstellung teil und zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft.
Vor dem Aufstellen des Maibaums hielt Pfarrer Hesse eine kurze Andacht und die Verantwortlichen der Feuerwehr bedankten sich beim ehemaligen Bürgermeister Frank Stumpf für seine 25-jährige Unterstützung der Wehr. Als Zeichen der Anerkennung überreichten sie ihm ein kleines Geschenk.
Den gesamten Tag herrschte bei musikalischer Unterhaltung durch die Band „Freibier“ geselliges Treiben rund um das Gerätehaus. Am Abend stand erstmals ein „Muckturnier“ auf dem Programm, bei dem Spaß und Geselligkeit im Mittelpunkt standen.
Große Schauübung begeistert zahlreiche Besucher
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Feuerwehrarbeit. Höhepunkt des Tages war eine groß angelegte Schauübung mit rund 150 Einsatzkräften und 17 Fahrzeugen unter der Leitung von stellvertretenden Kommandant Bernd Lorenz. Zahlreiche Zuschauer verfolgten gespannt das realistisch dargestellte Einsatzszenario.
Beteiligt waren die Feuerwehren aus Marxgrün, Thierbach, Bobengrün, Lichtenberg, Issigau, Kemlas, Reitzenstein, Naila sowie die Partnerwehr aus dem thüringischen Saaldorf.
Das Szenario stellte die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: In einer Werkstatthalle mit 150.000 Litern Heizöl und 300 Kilogramm Propangas war bei Arbeiten an einem LKW ein Feuer ausgebrochen. Während ein Mitarbeiter die Halle verlassen und den Notruf absetzen konnte, galten fünf weitere Personen als vermisst. Für zusätzliche Dynamik sorgte Firmenchef „Reiner“, der immer wieder versuchte, zurück in die Halle zu gelangen, um nach seinen Mitarbeitern zu suchen.
Dichter Rauch, Blaulicht und Atemschutztrupps sorgten für ein eindrucksvolles Bild. Die Wasserversorgung wurde über lange Förderleitungen aus der Selbitz aufgebaut, die über die Staatsstraße hinweg mit Schlauchbrücken verlegt wurden. Menschenrettung, Brandbekämpfung, Drehleitereinsatz und die Versorgung Verletzter zeigten eindrucksvoll das professionelle Zusammenspiel der Einsatzkräfte. Besonders realistisch wirkten die Verletzten durch das professionelle Schminken von Annika Höger.
Am Abend sorgte die Band „Horchamoll“ für Stimmung und einen gelungenen Ausklang des zweiten Festtages.
Festsonntag mit Gottesdienst und Ehrengästen
Der Jubiläumssonntag begann mit einem Gottesdienst, gestaltet von Pfarrer Hesse. Im Anschluss fand ein Weißwurstfrühschoppen statt, bei dem zahlreiche Gäste den Festmorgen in geselliger Atmosphäre ausklingen ließen.
Anschließend begann der offizielle Festakt mit zahlreichen Ehrengästen. Im Rahmen der Veranstaltung begrüßte der 1. Vorsitzende Christian Langer unter anderem Landrat Dr. Oliver Bär, Bürgermeister Paul-Bernhard Wagner, Landtagsabgeordneten Kristan von Waldenfels sowie Kreisbrandrat Marco Kolbinger, Kreisbrandinspektor Matthias Diezel, Kreisbrandmeister Maximilian Schaller und viele Kameradinnen und Kameraden benachbarter Feuerwehren.
In ihren Grußworten würdigten die Ehrengäste besonders den langjährigen ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehr Marxgrün und die Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft.
„155 Jahre Ehrenamt bedeuten 155 Jahre Verantwortung und Gemeinschaft“, betonte Landrat Dr. Oliver Bär.
Bürgermeister Paul-Bernhard Wagner hob insbesondere die hervorragende Nachwuchsarbeit hervor: „Besonders beeindruckend ist die Kinderfeuerwehr, die als erste im Stadtgebiet Naila gegründet wurde. Dieses Engagement verdient höchste Anerkennung.“
Hubschrauberflüge, Chronik, Fahrzeugausstellung und Kinderspiele als besondere Höhepunkte
Ein weiteres Highlight des Festwochenendes waren die Hubschrauber-Rundflüge am Sonntag, die viele Besucher nutzten, um Marxgrün und den Frankenwald aus der Luft zu erleben. Ebenso stieß die Ausstellung von Sonder- und historischen Feuerwehrfahrzeugen auf großes Interesse bei den Gästen.
Großes Interesse fand außerdem die neu überarbeitete Chronik der Feuerwehr Marxgrün, die von Peter Roßner mit viel Engagement aktualisiert wurde. Die Ausstellung im Foyer bot spannende Einblicke in die Geschichte der Wehr – von den Anfängen im Jahr 1871 bis hin zu den modernen Herausforderungen der heutigen Zeit.
Für die Kinder war eine Hüpfburg, Spritzwand, Kinderspiele und vieles mehr geboten.
Das Jubiläumswochenende zeigte eindrucksvoll, wofür die Freiwillige Feuerwehr Marxgrün seit 155 Jahren steht: Gemeinschaft pflegen, Tradition bewahren und Verantwortung übernehmen.
Danke an alle die mitgeholfen haben! Danke an alle die uns unterstützt haben!